Irgendwas mit Sprache… wie wäre es mit Terminologie?

Auf der Suche nach einer Aus- oder Weiterbildung oder einer beruflichen Aufgabe geht es Menschen zuweilen so, dass sie zunächst nur einen ungenauen Wunsch hegen. Man möchte beispielsweise “etwas mit Sprachen” machen.

Es gibt in der Tat viele Bereiche, in denen sprachliche Fertigkeiten benötigt werden. Diese lassen sich aber besonders gut einsetzen, wenn sie mit weiterem theoretischen und praktischen Wissen ergänzt werden. Daher ist es nützlich, sich über das mögliche Tätigkeitsfeld nach der Ausbildung Gedanken zu machen und entsprechend Schwerpunkte zu setzen.

Ein Beispiel ist der Einsatzbereich Terminologie. Hierunter wird im engeren Sinne die Erarbeitung eines eindeutigen und standardisierten Wortschatzes für ein bestimmtes Gebiet verstanden. Dieses “Gebiet” kann ein Unternehmen bzw. eine Organisation sein oder auch eine ganze Branche bzw. ein Sachgebiet. Im weiteren Sinne fällt unter Terminologie auch die Anlage eines Fachwortschatzes ohne Standardisierung und Normierung, sondern mit dem vorrangigen Ziel der Wissensbeschreibung und Wissensvermittlung.

Wichtig ist, dass ein Terminologiebestand die Konzepte (Dinge, Ideen, Abläufe…) des betrachteten Gebiets erfasst, definiert und die dafür verwendeten Benennungen in einer oder mehreren Sprachen auflistet. Zu diesen Benennungen sind sinnvollerweise sprachliche Informationen, zum Beispiel zur Grammatik, hinterlegt. Viele weitere Details machen die Terminologie besonders nützlich und anschaulich. So können Abbildungen hinterlegt oder verwandte Einträge miteinander verknüpft werden (z.B. diejenigen für die Benennungen “Schraube” und “Mutter”).

Die Terminologiebestände finden dann Anwendung als Firmenwörterbuch zum Nachschlagen, beim Übersetzen, als Benennung in Katalogen, als Norm für eine Branche (z.B. wenn Angebote für öffentliche Bauvorhanden eingereicht und miteinander verglichen werden sollen) oder als fachspezifische Ressource (z.B. in der Wissenschaft).

Der Deutsche Terminologie-Tag und das Deutsche Institut für Terminologie haben einen Ordner mit “Best Practices” in der Terminologiearbeit zusammengestellt. Hier finden sich auch einige der Schlüsselkompetenzen von Terminologen. Dazu gehören die Bereitschaft, mit allen Beteiligten im Prozess der Terminologie-Erstellung zu kommunizieren sowie die technischen Tools für diese Arbeit einzusetzen und zu beherrschen. Und natürlich: Sprache, Genauigkeit, flexible Denkweise – und Neugier, beispielsweise um sich das benötigte Wissen über das beschrieben Fachgebiet anzueignen. Wer neugierig ist, findet online schnell weitere Informationen zu Terminologie.

ÜBER DIE AUTORIN:
Dr. Birte Lönneker-Rodman ist Product Owner für Linguistic Assets bei der Across Systems GmbH. In ihren Bereich fallen unter anderem das Translation Memory, Machine Translation-Plug-ins und die Terminologiekomponente. Nach ihrer Promotion zum Thema Wissensextraktion aus Webseiten arbeitete sie zunächst wissenschaftlich, u.a. am International Computer Science Institute in Berkeley, CA, USA.

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