Star Wars Episode 7 – Ist Kylo Ren ein Milchgesicht?

“Luke Skywalker ist verschwunden”. Als diese Zeile in der Eröffnungssequenz am Anfang des Films erschien, hatte ich angebissen. Luke, einen der Hauptcharaktere der vorherigen Saga (in der Starwars-Zeitlinie, nicht in der realen) zu finden ist das Schlüsselelement, das um den kompletten Film ‚kreist‘, meiner Ansicht nach ein ziemlich gutes ist und in der feierlichen und erhabenen End-Szene gipfelt. Das Ende lässt uns verblüfft zurück und quält uns, denn die Wartezeit auf Episode 8 wird nun 666 Tage betragen (vom Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels).

In dieser Rezension möchte ich mich auf zwei Punkte konzentrieren, über die es seit dem Erscheinen des Films viele Diskussionen gegeben hat, einer davon zugunsten von „Das Erwachen der Macht“, der andere als Kritikpunkt. Zuerst ist da Adam Driver alias Kylo Ren. Viele beklagten, dass Kylo zu sehr Milchgesicht sei, um auf die Rolle eines mächtigen Anhängers der dunklen Seite zu passen. Ich behaupte, dass er genau richtig ist. In meinen Augen ist Kylo nicht so mächtig wie er scheint und in seiner Eigenschaft als „Sith-Emporkömmling“ hat er noch viele Schwächen wie seine Wutausbrüche, bei denen er die Inneneinrichtung des Sternenzerstörers zerlegt. Außerdem scheint er in der Kommandostruktur der Ersten Ordnung die gleiche Stufe einzunehmen wie General Hux, der ebenfalls noch ein recht junger Offizier ist, was einen Vergleich mit der Vader-Tarkin-Beziehung unpassend macht. Man könnte spekulieren, dass Snoke ihn wegen seiner Abstammung ausgewählt hat und aus schierer Notwendigkeit, da der mögliche Kandidatenvorrat in den Zeiten nach der erfolgreichen Rebellion und Palpatines Ableben nicht allzu ergiebig war. Ein anderer Hinweis auf die Emporkömmlings-Theorie ist sein offensichtlicher Konflikt mit der hellen Seite.

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Der zweite Punkt ist die Starkiller-Basis (warum überhaupt “Starkiller” und nicht etwa “Sternenvernichter“? – „Todesstern“ wurde ja auch übersetzt). Diese ist für mich der Hauptkritikpunkt des Films und zusammen mit den unsäglichen Midi-Chlorianern auch der ganzen Saga. Dass die Überreste des Imperiums in einem abgelegenen System genug Ingenieursleistung aufbringen, um die mächtigste Waffe aller Zeiten zu konstruieren ist schon unwahrscheinlich, aber ok, man könnte ein weit hergeholtes Szenario ersinnen, das erklärt wie dies zustande kam. Die Lebensenergie eines Planeten aufzuzehren, um sie in Feuerkraft umzuwandeln? Ok, es ist Sci-Fi, also lasst uns nicht pingelig sein. Aber durch den Hyperraum zu feuern ist nur aberwitzig. Auch wenn man physikalische Lösungen findet, um so etwas zu erklären, bleibt trotzdem die Frage, warum es nie zuvor gemacht wurde. Und warum ist das Aufleuchten der explodierenden Planeten in einem Sonnensystem sichtbar, das zahllose Lichtjahre entfernt ist? Hier haben die Storyschreiber einen Patzer begangen, der einen Schandfleck auf einem ansonsten grandiosen Kunstwerk verursacht.

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