Travel often! Getting lost will help you find yourself

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Als ich eines Tages beschloss ins Ausland zu gehen, stellte ich mir meine neue Heimat wie einen riesigen Abenteuerspielplatz vor. Gefüllt mit lauter Attraktionen, die nur darauf warteten dass ich sie erlebe. Mit vielen neuen Menschen die ich kennenlernen würde und einem Gefühl der absoluten Freiheit. Dort angekommen merkte ich schnell, dass dieses Bild leider nur in meinem Kopf auf Bestätigung traf und nur wenig mit der Realität gemeinsam hatte.

Aus den Attraktionen wurden große Fragezeichen, aus den vielen neuen Menschen wurden Fremde und das Gefühl der Freiheit änderte sich drastisch in Angst. War ich diesem neuen Leben, diesem Sprung ins kalte Wasser überhaupt gewachsen? War ich wirklich bereit mit meinen erst gewachsenen Flügeln zu fliegen? Meine Gedanken fingen an sich zu kreisen und ich dachte nur noch an eines – Flucht. Wieder zurück ins warme Nest. Zurück in den sicheren Hafen – zu meiner Familie, meinen Freunden und meiner gewohnten Umgebung. Plötzlich bereute ich es hier hergekommen zu sein und wünschte mir nichts sehnlicher, als mein Leben wieder zurückzuspulen mit einer persönlichen Erinnerung lautend „tu’s nicht!“.

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Doch etwas hielt mich trotz dem Gefühlschaos davon ab wieder einen Schritt zurück; zurück in meinen kleinen gewohnten Mikrokosmos zu gehen. War es mein Stolz? Mein Ehrgeiz? Meine Feigheit? Ich weiß es nicht. Aber was ich weiß ist, dass diese Entscheidung – mich meiner Angst zu stellen und in das große Unbekannte zu tauchen – mich stark gemacht hat. Sie machte mir bewusst, dass ich es auch alleine schaffe, ohne vorgeschriebenen Plan und elterliche Navigation, mich in dieser neuen, fremden Situation zurechtzufinden. Dass jeder Anfang schwer ist, aber solange man Vertrauen in sich hat, sich alles zum Guten wenden wird. Früher oder später.

Gerade in Grenzsituationen merkt man, dass man am Leben ist. Alleine ins Ausland zu gehen ist für einige, so auch für mich, eine solche Grenzerfahrung. Am Anfang herrscht Chaos. Man ist unsicher, ob man dieses riesige Wollknäuel aus eigener Kraft entwirren kann. Doch sobald man den Anfang des Fadens gefunden hat, läuft alles wie am Schnürchen – man muss nur einfach mal anfangen.

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Um diesen Anfang etwas leichter zu gestalten gibt es einige Organisationen, wie zum Beispiel AIESEC, die einem mit allen wichtigen Dingen wie Registrierung beim Meldeamt oder Eröffnung eines Kontos helfen. Das Beste an so einer Organisation ist, dass man schnell neue Leute kennenlernt und nicht mehr ganz so mutterseelenalleine ist.

Aber erinnere dich immer daran: „Zuhause“ ist nicht immer nur an einen bestimmten Ort, eine bestimmte Wohnung oder einen fixen Freundeskreis geknüpft. Es ist das Gefühl, wenn du mit dir und deinem Leben zufrieden bist. Wenn du Vertrauen in dich und deine Taten hast und dich einfach wohlfühlst.

„Home is where your story begins“ – also fang an, deine persönliche Geschichte zu schreiben!

[English]

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